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Versicherte unter Druck

Einige Krankenkassen setzen Versicherte unter Druck, die lange arbeitsunfähig sind und deshalb Krankengeld beziehen. Unter diesen Versicherten sind besonders viele psychisch Kranke. Jeder fünfte Versicherte, der länger als sechs Wochen krankgeschrieben ist, ist psychisch krank. Das Krankengeld ist eine Leistung der gesetzlichen
Krankenversicherung, durch die ein Versicherter bei längerer Krankheit und Arbeitsunfähigkeit (ab sechs Wochen) finanziell abgesichert werden soll. Krankengeld ist bei den gesetzlichen Krankenkassen ein beträchtlicher finanzieller Posten. Die Ausgaben für Krankengeld betrugen im Jahr 2013 9,76 Milliarden Euro. Sie sind seit 2005 um zwei Drittel gestiegen.
Unter dem Vorwand der „Beratung“ versuchen einige Krankenkassen, ihre Ausgaben für Krankengeld kurzfristig zu verringern, indem sie Versicherte unter Druck setzen, wieder arbeiten zu gehen. Das geht aus dem aktuellen Monitor Patientenberatung der Unabhängigen Patientenberatung Deutschland hervor. Außerdem wird bei diesen
„Beratungen“ der Datenschutz nicht immer hinreichend beachtet.
So kritisiert der Bundebeauftragte für den Datenschutz und die Informationsfreiheit, dass Krankenkassen sensible persönliche Informationen zu aktuellen Lebensumständen, Problemen am Arbeitsplatz und familiären Nöten der Versicherten erheben, die mit ihren Aufgaben bei Arbeitsunfähigkeit nichts zu tun haben.
Die Bundespsychotherapeutenkammer begrüßt, dass der Gesetzgeber mit dem GKV-Versorgungsstärkungsgesetz
klarstellen will, dass die individuelle Beratung und Hilfestellung durch die Krankenkassen dort endet, wo die Aufgaben des Medizinischen Dienstes (MdK) beginnen. Die Prüfung von Maßnahmen zur Sicherung des Behandlungserfolgs oder die Überprüfung der Arbeitsunfähigkeit ist nicht Aufgabe der Krankenkassen.

Den gesamten Text der Studie finden Sie hier.

Gesundheiten

Ist das Gegenteil von Krankheiten „Gesundheiten“? – Im Ernst, wieso gibt es den Gegensatz nur im Singular? Krankheit – Gesundheit, klar, aber warum wird von Krankheiten, nicht aber von Gesundheiten gesprochen. Ich vermute mal, wir sind alle gesund genug, um zu erkennen, dass es eine Vielzahl unterscheidbarer Krankheiten gibt. Aber sind wir auch nur ausreichend gesund genug, um das krank machende Agens, die Kränkung, hinter der Erkrankung zu begreifen?
Die Ausdrucksformen der Kränkung – hier gibt es wieder einen Plural – die Kränkungen sind vielfältig. Aber die große Kränkung unserer Zeit liegt meines Erachtens in der industrialisierten Durchsetzung der Vorstellung von einem „guten Leben“, dem eine Auffassung vom Glück zugrunde liegt, das gemäß seinem berechenbaren Nutzen erstrebt wird. Wo bleibt da das Menschliche und das Zwischenmenschliche, wenn nur der Ökonomie des Nutzen gehuldigt wird?
Gerade auch in der Psychotherapie empfinde ich es als bedenklich, ja entwürdigend, wenn im Optimierungswahn Operationalisierung und Manualisierung, wenn Kostendämpfung, Kürzung, und eine absurde Form der Dokumentationspflicht den Therapeuten zwingen wollen aus dem Patienten, dem einzelnen, einzigartigen Menschen, ein konfektionierbares Etwas zu machen, das der Kosten-Nutzenrechnung unterliegt.
Oft sind es Jahre und Jahrzehnte, die leidvoll zu einem Muster geronnen sind. Da bedarf es Geduld beim Therapeuten und Patienten, bis sein bisher Ge- und Erduldetes kognitiv und emotional und sozial aufgearbeitet sind.
Keinesfalls jedoch braucht es des von der Gesellschaft  geforderten Tempos:

·         Schnelle und zügige Kurzzeittherapie – muss ja bezahlbar sein, sagen die Kassen

·         Schnelle und zügige Wiederherstellung der Arbeitskraft – muss ja produziert werden, sagt der Boss

·         Schnelles und zügiges Erreichen der ökonomischen Eingliederung ins Erwerbsleben – die Rente muss ja sicher sein, sagt der Staat

·         Schnelles und zügiges Verbrauchen der kaputtkonstruierten Überflüssigkeiten – muss ja konsumiert werden sagt die Industrie

Ist das das gute Leben?

Schafft die ratio oeconomica die Rahmenbedingungen für das angestrebte Wachstum zum Wohl des Einzelnen oder doch nur den optimierten Menschen, der letztlich zur Implosion des Systems beiträgt?

Wir bekommen, was wir geben. Oder geben wir, was wir bekommen?

Stille

„Glück entsteht oft durch Aufmerksamkeit in kleinen Dingen, Unglück oft durch Vernachlässigung kleiner Dinge“, sagt Wilhelm Busch. Die moderne Vokabel für Aufmerksamkeit, so scheint es, ist Achtsamkeit.

Achtsamkeit, herbeigeführt durch vielfältige meditative Techniken, als ein Weg zu größerer Bewusstheit. Der Übende wird angehalten dazu einen Ort und einen Moment der Stille zu schaffen und sich an den Atem, das Atmen zu binden. Etwa so:

Atme zwei Mal bewusst und tief. Das Einatmen ist lang und tief. Das Ausatmen lässt du fließen, bis der Atemzug von selber versiegt und dann lass noch ein paar Sekunden Pause, bevor du wieder einatmest. Begleite den Atem während der ganzen Zeit mit deiner vollen Aufmerksamkeit. Lass dich in die Stille nach dem Ausatmen gleiten, lass den Atem ruhig und frei fließen. Verharre einen Moment in der Stille.

Im Mittelpunkt steht der gegenwärtige Moment, das Jetzt. Den meisten Menschen fällt es jedoch schwer, den Moment zu leben, da der Verstand und das Denken zu viel Lärm machen.

Was schenkt uns die Stille? Eine kleine Geschichte verrät es uns:

Eines Tages kamen einige Wanderer zu einem  Mönch, der in einer Einsiedelei auf einem Berg wohnte. Sie fragten ihn: „Was für einen Sinn siehst du in deinem Leben in der Stille?“

Der Mönch war mit dem Schöpfen von Wasser aus einem tiefen Brunnen beschäftigt. Er sprach zu seinen Besuchern: „Schaut in den Brunnen. Was seht ihr?“

Die Leute blickten in den tiefen Brunnen: „Wir sehen nichts!“

Nach einer kurzen Weile forderte der Mönch die Leute erneut auf: „Schaut in den Brunnen! Was seht ihr jetzt?“

Die Leute blickten wieder hinunter: „Ja, jetzt sehen wir uns selber!“

Der Mönch sprach: „Als ich vorhin Wasser schöpfte, war das Wasser unruhig. Jetzt ist das Wasser ruhig. Das ist die Erfahrung der Stille: Man sieht sich selber! Und nun wartet noch einen Augenblick.“

Nach einer Weile sagte der Mönch erneut: „Schaut jetzt in den Brunnen. Was seht ihr?“   Die Menschen schauten hinunter: „Nun sehen wir die Steine auf dem Grund des Brunnens.“

Da erklärte der Mönch: „Das ist die Erfahrung der Stille. Wenn man lange genug wartet, sieht man den Grund aller Dinge.“

Sei du…

http://fun.mivzakon.co.il/Video/entertainment/10044/10044.html

Advent im Januar

„Ich will endlich ankommen bei mir.“ Dieser Satz ist gar nicht so selten. In Erstgesprächen oder zu Anfang einer Therapie taucht er immer wieder auf.

Über da Ankommen habe ich schon einmal geschrieben, 2011 in der Adventszeit. Warum den Advent nicht mal in den Januar packen?! Am besten zu Neujahr, dem Tag, der mit guten Vorsätzen malträtiert wird: Ich höre auf mit…, ich fange an zu…, dann werde ich endlich bei mir ankommen.

Da wären wir dann wieder bei den Attraktoren. Etwas, das mir wert ist, habe ich nicht. Es mangelt mir daran. Ich will es haben, dringend, sofort. Der Wert des Fehlenden steigert sich gerade dadurch, dass er meine Gedanken in einer ständig auf sich selbst zurückweisenden Schleife gefangen nimmt: Das und das muss passieren, dann komme ich an.

Der Fehler in diesem Gedankengang, besser Gedankenkreisen, liegt in meiner Erwartungshaltung. Diese wiederum ist verknüpft mit einer Vorstellung von etwas, wie es sein sollte/könnte. Konjunktiv. Wunschdenken.

Spricht etwas gegen das Wünschen? Sind Wünsche nicht der Motor des Fortschritts. Die Produzenten hören den Gedanken sicher gern, haben sie ihn doch erfunden.

Seien wir realistisch: die Vorstellung, dass etwas nicht in Ordnung ist, ist das eigentliche Problem. Der Widerstand gegen das, was nicht in Ordnung ist, meine Begrenztheit, meine Gefangenschaft, in dem, was und wie ich bin, wirkt über den Konjunktiv als Verstärker zu einer Vorsatzbildung: der könnte ich sein. Endlich ankommen.

Aber es geht gar nicht darum etwas zu erreichen, sondern den Kontext zu untersuchen, der dazu führt, etwas sei zu erreichen, was jetzt noch nicht da ist. Ich muss den Mut haben, dem Illusionisten in mir zu begegnen, ihm ein Dialogpartner zu sein, in einen Prozess der Selbsterforschung einzu-treten. Dieser Vorgang kann allmählich zu einer Dekonstruktion des phänomenalen Selbst – Metzinger nennt es die Ich-Illusion – führen.

“Die Wirklichkeit ist nicht die Wirklichkeit. Der Übergang von der Illusion zu dem, was wirklich ist, erfordert kein Auswechseln des Inhalts, des Paradigmas, sondern der Wahrnehmung. Und so gibt es immer einen Horizont, hinter dem es weiter geht … Das eigene Innere.”

Die Quintessenz: Keine Vorsatzbildung, keine Programme, die doch nur scheitern oder Gefängnisse darstellen. Viel einfacher (wenn auch nicht leichter): Ich gestehe mir ein, dass ich an mir leide. Und dass ich gern leide, ja, denn sonst könnte ich ja damit aufhören.
Diesem Gedanken und den daraus folgenden Empfindungen und Gefühlen gebe ich mich vorbehaltlos und anhaltend hin, lange…, lange genug…

Mit den besten «Wünschen»

Hanswerner Herber

Weihnachten 2013

Thomas wusste es schon…

 

” Wenn ihr jenes in euch hervorbringt, wird euch das, was ihr habt, erretten.
Wenn ihr jenes nicht in euch habt, wird das, was ihr nicht in euch habt, euch töten.”
Thomas-Evangelium, Logion 70

 

Ich weiß es immer noch nicht…

Als ich mich vor Jahren das erste Mal von der Spruchsammlung faszinieren ließ, war mir das obige Logion sofort klar:

Wenn ich das, was in mir angelegt ist, meine Anlagen, zu meinem Anliegen mache, es seiner Bestimmung zuführe, also der werde, der ich bin, dann – alles okay. Wenn nicht, dann bleibt das, was in mir leben will, unlebendig, und ich bin mitten im Leben töter als tot.

Soweit, so gut! Aber das steht da so nicht. Da hatte ich a) zu schnell gelesen, und b) das (heraus) gelesen, was mir in den letzten Jahren klar geworden ist. Das Ego hat’s gefreut.
Nein, da steht… ja, und jetzt schweige ich lieber.
Klar habe ich in der Literatur viele, auch plausible Antworten gefunden. Aber die waren zu plausibel für den doppelten Rätselspruch.

Also kehre ich auch jetzt wieder zurück in mein Nichtwissen

und überlege und verwerfe,

überlege und verwerfe erneut,

grüble,

erlebe in der Stille das Aufblitzen einer Antwort,

erhasche sie … nicht,

schweige im sich ausbreitendem Schweigen,

werde leer,

stehe irgendwann auf

und fühle mich getröstet.

Ich wünsche allen in diesen Tagen und für das nächste Jahr
Momente der Stille,
in den Fragen aufscheinen können,
und die Geduld,
Antworten nicht erzwingen zu wollen.

 

Hanswerner Herber

Mit Therapie Krisen meistern

Diesen Link teile ich gern:

“Psychotherapie: Mit Therapie Krisen meistern – SPIEGEL ONLINE” http://feedly.com/k/1gOut9M

Kongresstagebuch Erfurt 2013

Die Tiefendimension der Gewalt

“Dass dort, wo erzogen oder therapiert wird, auch Macht im Spiel ist, lässt sich schlecht leugnen. Aber Gewalt? Nein, damit möchte die Mehrheit nichts zu tun haben. Aus verständlicher Abscheu vor Gewalttätigkeit optiert sie für Gewaltfreiheit. Auch Protest oder Widerstand soll ohne Gewalt stattfinden. Doch wie gewaltfrei ist der wirklich, wenn er denn nachdrücklich sein soll? Kann man aus dem Gewaltzusammenhang, in den auch jeder demokratische Rechtsstaat verwickelt ist (er beansprucht das Gewaltmonopol) einfach aussteigen? Beginnt Gewalt erst bei Handgreiflichkeiten, oder hat sie womöglich sublime Formen, die viel tiefer reichen? ”

Diese Fragen wirft Christoph Türcke in seinem Vortrag anlässlich der Erfurter Psychotherapiewoche 2013 auf, dessen Leitthema der “Umgang mit Macht in Psychotherapie und Gesellschaft” ist.

Trost

„Etwas Schlimmes ist passiert.“ Ohne Kraft, ohne Perspektive, mutlos, so sehen sich die Betroffenen, wenn sie Kontakt aufnehmen und eine Therapie erwägen oder dazu von außen ermutigt werden. Oft stellt sich dann im Erstgespräch oder in den folgenden Probesitzungen heraus, dass sie nicht allein sind, dass da jemand ist, der sich ihnen zuwendet. Mag die Lösung eines Problems oder eines Konflikts noch sehr fern sein, so gibt es doch diesen Quell, der die Fähigkeit zu Aufbruch und Neubeginn, zu Orientierung und Heilung speist, den “Trost“. Fast genauso oft aber wird das von den Betroffenen hingestellt als “billiger Trost”. “Die wollen mich ja nur trösten.” – “Das kann mich jetzt auch nicht trösten.”

Mitunter war ich dann verwundert, wie sehr die Betroffenen abgeschnitten waren von der angebotenen Nähe eines Anderen. Irgendwann kürzlich habe ich erstmals dem Wort „Trost“ nachgespürt, mich gefragt, was Trost eigentlich ist.

Mit „Tröster“ übersetzt Luther das griechische Parakletos. Parakalo heißt heute noch „Bitte“. Eigentlich ich bitte, von parakaleo, herbeirufen. Den Parakleten kann man also herbeibitten.
Im Althochdeutschen wird auf die Verwandschaft zu “treu” im Sinne von (innerer) Festigkeit hingewiesen.
Das griechische paregoria bedeutet “Zureden, Ermuntern, Ermutigen”. Agora steckt in dem Wort. Die Agora war der Markt, der Versammlungsort, auch die Rede und Beratschlagung, also ein Ort, an dem man sicher nicht allein war.
Und nimmt man noch das lateinische consolatio hinzu, was ausdrückt, dass jemand mit mir ist, der sich solo fühlt, dann wird die Qualität des Trosts, aber auch die Falle, die darin liegt, klar.

Der Wunsch nach Gewissheit ist jedem geläufig, je vor- bzw. unbewusster dieser Jeder ist, desto größer ist dieser Wunsch, zu wissen, wie der nächste Schritt aussieht. Abgesehen davon, dass es diese Gewissheit nun mal nicht gibt und nicht geben kann, ist es durchaus angebracht tief durchzuatmen und sich der menschlichen Bedingtheit zu stellen.
Aber, o weh! Wie schwer ist das, wenn man sich völlig allein gelassen fühlt. Wie tröstend aber auch zu spüren, da ist jemand, der mir Mut macht, der zuhört, der meine Verzweiflung nicht hinterfragt, sondern sie würdigt, indem er nicht sofort Lösungen anbietet. Der einfach nur da ist.

Welch ein Trost!

Hanswerner Herber

Leicht ist richtig

Eine Frau ruft an. Sie ist aufgebracht. Ihre Stimme kippt zwischen Empörung, Verzweiflung und Sorge, die Worte kommen schnell und der Atem nicht nach. Ihr Manne müsse umgehend einen Termin bekommen, er habe einen Burn Out, alles werde zunichte gehen. Auf meine Frage, ob ihr Mann mich selber anrufen könne, geht sie nicht ein, nimmt die Frage wohl gar nicht wahr.

Ich werde darüber nachdenken müssen, warum ich dem Terminwunsch nachgegeben habe, ahne aber, dass der Mann, wenn er denn überhaupt erscheint, in Begleitung seiner Frau kommen wird.

Sie kommen beide. Ich begrüße beide, bitte ihn zu mir. Sie macht keine Anstalten mitzukommen, was mich kurz verblüfft.

Der Mann, Anfang 40, berichtet, das in den letzten drei Jahren die Ehe “ohne Liebe” sei, weil Geben und Nehmen nach seinen Aussagen wohl alles andere als in der Balance waren. Er gehe durchaus in seiner Arbeit auf, fühle sich in ihr bestätigt. Gestern Abend habe er seiner Frau gegenüber Worte gefunden, in denen er sich erklären konnte. Er wisse zwar noch nicht konkret, was zu tun sei, spüre aber deutlich, dass eine Antwort auf seine noch undeutlichen Fragen nur zu ihm komme, wenn er eine Zeit lang Wege allein gehe. Seitdem sei ihm leichter.

Wie schon am Telefon vermutet: er ist nicht der Bedürftige. Wir verabschieden uns und ich wünsche ihm eine gute Zeit, in der er neugierig und achtsam ins Leben schaut. Er lächelt und fragt, ob ich mir einen Moment Zeit für seine Frau nehmen könne. Sie sei nach dem Gespräch am Vorabend nachdenklich gewesen.

Ich bitte sie zu mir. Schnell wird klar, dass sie – gleicher Jahrgang wie ihr Mann – die Lebensmitte anders erreicht hat. Während er in der beruflichen Aufgabe jung geblieben sei, habe sie in der “Brutpflege” übersehen, dass die Kinder gerade dabei seien, dass Haus zu verlassen. In ihr seien Selbstzweifel, das Gefühl nicht mehr attraktiv zu sein, eine unerklärliches Gefühl von Eifersucht. Das Gespräch mit ihrem Mann, habe ihr bewusst gemacht, dass sie schon länger das Gefühl  habe, dass auch in ihr etwas eine Entscheidung verlange. Sie habe solche Gedanken immer schnell weg geschoben, weil alle denkbaren Möglichkeiten “eigentlich undenkbar” seien. Sie ist sehr damit einverstanden, als ich Sie frage, ob es ihr recht sei, wenn ich sie auf dem Weg der Entscheidungsfindung begleite.

Wo immer auch sie gerade stehen, liebe Leserin, lieber Leser, Auf die Frage “Welche Entscheidung stärkt Sie, welche macht Sie schwächer”, gibt es wohl nur eine Antwort: Entscheidungen, bei denen wir spüren, dass sie uns Kraft geben, sind stimmig.

Leicht ist richtig.

Hanswerner Herber